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Wen wundert's? Die Menschen mit der höchsten Kaufkraft leben in freistehenden Villen deutscher Großstädte. Neu ist, dass sie durchschnittlich über viermal so viel Geld für den Konsum verfügen wie Haushalte im Zeilenbau oder im Hochhaus.

infas 360 hat die amtlich verfügbaren Einkommen (die sogenannte Kaufkraft) mit dem Smart Research-Ansatz neu berechnet und dabei festgestellt, dass die Kluft je Wohnsituation deutlich gößer ist als bisher bekannt.

Der Neuberechnung liegen die amtlichen Gebäude- und Einkommensdaten sowie die weiteren 700 Merkmale der CASA-Datenbank von infas 360 zugrunde. "Mit Hilfe der neuen Small Area Methoden, die wir ständig weiter entwickeln, haben wir im ersten Schritt die Pro-Kopf-Kaufkraft für jeden einzelnen Siedlungsblock je Gebäudetyp berechnet. Dann wurden Daten über die Einwohnerzahlen je Gäude aufsummiert und durch die Haushalte geteilt.", erläutert Dr. Barbara Wawrzyniak, Leiterin des Bereichs Daten & Analysen das neue Verfahren.

Das Ergebnis ist einmalig: Sowohl auf Adressebene als auch als Aggregat für die 98 Gebäudetypen von infas 360 liegen nun die durchschnittlich verfügbaren Einkommen in Euro vor und können miteinander verglichen werden.

Ein Beispiel: In der Friedrich-Wilhelm-Straße 3 in Bonn befindet sich laut CASA-Datenbank von infas 360 eine "Klassische Doppelhaushälfte" mit einem Haushalt. Für diesen Gebäudetyp in einer Großstadt wie Bonn liegt durchschnittlich das verfügbare Einkommen bei 46.841 Euro (pro Haushalt).

Das Erstaunliche daran: Das Einkommen im Beispiel liegt ca. 10% über dem allgemein bekannten Bundes-Durchschnitt von rund 42.000 Euro je Haushalt. Die neue Kaufkraftzahl von infas 360 berechnet den Bundesdurchschschnitt aber mit nur 35.000 Euro, da hier vor allem die ungleiche Verteilung und deutlich zunehmende Spreizung der verfügbaren Einkommen je Gebäudetyp berücksichtigt wurde. "Ein Top-Down-/Bottom-Up-Verfahren in dieser Art und Weise hat es so bisher nicht gegeben", kommentiert Dr. Wawrzyniak die Zahl. Demnach liegt das Einkommen des Beispielhaushaltes nicht 10%, sondern mit mehr als 30% sogar sehr deutlich über dem Mittel - und wäre demzufolge ganz anders zu bewerten.

Die neue Einkommensverteilung zeigt auch, dass die Haushalte mit der niedrigsten Kaufkraft gerade mal über rund 16.000 Euro p.a. verfügen und im Zeilenbau oder in Hochhäusern ländlich geprägter Regionen leben. Die reichsten Menschen dagegen wohnen in alleinstehenden Villen der deutschen Metropolen. Sie verfügen durchschnittlich über 62.000 EUR p.a. und damit fast viermal so viel wie die "Ärmsten".

Hier finden Sie die Auswertung pro Gebäudetyp (PDF). Weitereführende Informationen zur neuen Kaufkraftverteilung erhalten Sie bei unserem Consulting-Team unter: consulting(at)infas360.de oder unter 0228 74887-0.