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In Deutschland ist etwa jeder fünfte Haushalt nur noch mobil erreichbar. Die sogenannten Mobile Onlys zeigen gravierende Unterschiede in ihrer räumlichen Verteilung. In Großstädten steigt der Anteil je nach Gebiet auf über 40% an.

Im Bundesdurchschnitt ist jeder fünfte Haushalt nur über das Handy erreichbar. Bei den sogenannten Mobile Onlys ist ein Festnetzanschluss entweder nicht vorhanden oder wird gar nicht erst genutzt. Die neue Studie von infas zeigt zudem, dass es gravierende regionale Unterschiede gibt. Je nach Gebiet kann der Anteil der Mobile Onlys auf über 40% ansteigen. Das hat nachhaltige Konsequenzen für die Medien-, Markt- und Kundenforschung.

In enger Zusammenarbeit mit dem infas Institut in Bonn untersuchte infas 360 über 250.000 telefonische Befragungsfälle der letzten zwei Jahre. Die Daten stammen aus repräsentativ generierten Dual-Frame-Stichproben (Festnetz und Handy) und liegen regionalisiert auf Postleitzahlenebene vor. Angerufen über das Handy wurde die Frage gestellt, ob der Befragte auch per Festnetz erreichbar sei. Der Antwortdatensatz wurde im Smart Research analysiert und auf alle Haushalte flächendeckend übertragen – mit einem sehr überraschenden Ergebnis:

Der bundesweite Durchschnitt von Haushalten, die nicht über das Festnetz erreichbar sind, liegt bei etwas unter 20%. Nicht erreichbar über das Festnetz heißt, die Befragten haben entweder gar kein Festnetz oder sie haben zwar ein Festnetz, nutzen dieses aber gar nicht. Beide Gruppen sind nur mobil erreichbar (Mobile Onlys).

Der Durchschnittswert der Mobile Onlys liegt in der amtlichen Statistik nur bei 15% (Quelle: Destatis, EVS / Einkommensverbraucherstichprobe 2018), da sich die EVS lediglich auf die Ausstattung bezieht (kein Festnetz vorhanden), die Nicht-Nutzung aber nicht ausweist. Regional ist die Abweichung zum Bundesdurchschnitt noch gravierender. Wie die Studie zeigt, macht die Gruppe in deutschen Großstädten bis zu 30% aus. Da die Großstädte Deutschlands bestimmt sind von Stadtkern und Umland unterscheidet sich die Verteilung der Mobile Onlys innerstädtisch noch stärker. So weist beispielsweise das innerstädtische Stadtgebiet von Köln mit der Postleitzahl 50672 einen Anteil von 38,75% und die benachbarte Postleitzahl 50674 sogar von 43,62% auf. Dagegen zeigen die Stadtteile Pesch/Lindlar im Kölner Norden (PLZ 50767) nur einen Anteil unter 9% auf. 

Die Daten stehen bundesweit entweder auf PLZ5-Ebene oder Orts- und Stadteilebene zur Verfügung. Ein ausführlicheres Dokument zu den Studienergebnissen inkl. Karte finden Sie hier als PDF.

 

Sie haben weiterführende Fragen zur Studie, den regionalen Datensatz oder zu Kundenbefragungen im Allgemeinen? Dann kontaktieren Sie unser Consulting-Team unter consulting(at)infas360.de